Digital Readiness Unternehmen

Digitalisierung – In or Out?!

Die Prognose: Nur digitalisierte, meist datengetriebene Unternehmen sind in Zukunft erfolgreich und setzen sich mit enormer Geschwindigkeit auf die globale, digitale Überholspur.
Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.
Punkt. Und alles, was man heute sinnvoll vernetzen kann wird auch vernetzt – das wird wohl auch ein restriktiver europäischer Datenschutz nicht verhindern können.

Wie sieht es bei Ihnen aus?

Die meisten von uns arbeiten auch 2018 nicht in börsengeführten Großunternehmen und in spannenden Branchen sondern in ganz normalen mittelständischen Unternehmen. Die meisten von uns sind froh, dass sie einen Arbeitsplatz haben, die Miete noch bezahlen können und verrichten Tag für Tag meist gewöhnliche Dinge. In vielen Unternehmen sind nicht selbstlernende Systeme und künstliche Intelligenz das Problem, sondern die Bedienung von einfachster Software, das Arbeiten mit veralteten Handies im Aussendienst, fehlenden internen Vernetzungen, das Pflegen des eigenen Website-Stückwerk-Monsters und das Erstellen von digitalen Verkaufsunterlagen so wie das modernisieren und vereinfachen von Prozessen. Was wir im Privatleben pfiffig einsetzen und nutzen, bleibt am Arbeitsplatz ein Problem. Auch im Management bekommen die meisten von uns ihre tägliche Arbeit zugewiesen und sind in einer vorgegeben Hierarchie eingebunden.
Mittelständische Unternehmen versuchen nach wie vor an Aufträge zu kommen, Geld zu verdienen, ihre Kunden bei Laune zu halten und gute, bezahlbare Mitarbeiter zu bekommen.

Wir spüren alle, dass sich unsere Arbeitswelt durch neue Technologien, den demografischen Wandel, Bildung und Migration ständig verändert und verändern wird. Viele verharren aber in einer Schocksituation oder glauben, dass der Kelch der Digitalisierung an ihnen vorübergeht. Aber selbst für Mittelständler und Kleinunternehmer ist Abwarten ist keine Option. Erfolge von Gestern sind keine Garantie für die Erfolge von Morgen. Passen Sie auf, wer Ihr bisheriges Spielfeld mit welchen Angeboten betritt.

Wandel ist ein ganz normaler Prozess.

Was wir aber dabei vergessen – und das ist das eigentliche Problem – wie schnell sich dieser Wandel heute vollzieht. Denn Digitalisierung hat sehr viel mit exponentiellen Entwicklungen zu tun. Aber wir Menschen sind es gewohnt, linear zu denken.
Je mehr Prozesse wir digitalisieren, desto mehr exponentielle Entwicklungen – egal in welcher Branche – werden auf uns zukommen. Zu Beginn sicher enttäuschend, mit Fehlern behaftet, unterschätzt, wenig beachtet – dann aber schlägt das exponentielle Wachstum voll zu und verdrängt alles andere. Das bedeutet – wir haben dieses mal keine Zeit abzuwarten.

Als Professoren an der Hochschule für angewandtes Management stellen wir im Rahmen unserer Forschungen fest, dass sich viele Unternehmen im Bereich der Digitalisierung weitgehend auf externe Dienstleister verlassen. Auf den ersten Blick ist das vollkommen in Ordnung, auf den zweiten aber wird deutlich, dass der anstehende Wandel nur selbst und mit den eigenen Mitarbeitern vollzogen werden kann. Auf der anderen Seite stellen wir fest, dass zwar gut gemeinte Change Prozesse als ungeplante Insellösungen der Digitalisierung verpuffen, Mitarbeiter überfordern und oftmals wieder eingestellt werden, weil sie nicht zielführend sind. Wichtige Mitarbeiter, die sich zu Beginn der Veränderungen engagieren, verlieren so nach dem x-ten Changeprozess die Motivation, ziehen sich zurück und stehen dem Unternehmen mit Ihrem Wissen und Engagement nicht mehr zur Verfügung. Der wohl wichtigste Punkt in diesem Prozess ist der „ Freiraum“ dem man der Digitalisierung im eigenen Unternehmen einräumt. Veränderungen, Prototypen und damit einhergehende Fehler kosten Zeit und Energie für alle Beteiligten.

Wie steht es um Ihre Digital Readiness?

Vielen Unternehmen steht keine Unternehmensberatung zur Seite. Sie sind selbst gefordert. Und das ist gar nicht so schlecht. Sie müssen den Wandel, Ihren Change Prozess selbst anstoßen und vollziehen und Brücken von Ihrem heutigen Geschäftsmodell zu Ihrem zukünftigen, erfolgreichen Geschäftsmodell bauen. Dazu wollen wir Ihnen mit unserem Digital Readiness Check eine pragmatische, leicht verständliche Vorgehensweise an die Hand geben, mit der Sie Ihre eigene digitale Transformation selbst meistern. Gerne begleiten wir Sie an der ein oder anderen Stelle als Sparringpartner.

Von Worten zu Taten – Notwendigkeit eines Managementsystems
Über Digitalisierung zu reden ist einfach. Von Worten zu Taten zu kommen ist schon schwieriger. Die Fragen, die an uns herangetragen werden sind immer die gleichen. Wo sollen wir beginnen? Jetzt gilt es, einfache, aber differenzierte Lösungsansätze zu entwickeln. Dabei bedarf es eines Managementsystems, das die Unternehmensführung unterstützt. Die Reduktion auf wesentliche Beobachtungspunkte hilft, eine Vorgehensweise zu etablieren, mit der Fragestellungen zwar vernetzt betrachten werden, aber gleichzeitig einfache wirksame Lösungen für eine operative Umsetzung gefunden werden können.

Der von uns entwickelte Digital Readiness Check ist ein Strukturrahmen soll Ihnen den Start erleichtern. Mit diesem Modell erfassen Sie die wesentlichen Gestaltungsfelder der Digitalisierung. Es ist die Basis für Ihre unternehmensindividuelle Anpassung, an dessen Ende eine in sich schlüssige und sowohl von der Führungsmannschaft als auch von den Leistungsträgern (Mitarbeiter) gemeinsam getragene Digitalisierungsstrategie steht. Führungskräfte und Mitarbeiter sind aufgefordert ggf. neue Aufgaben anzunehmen und bestehende Denkschablonen abzulegen oder zu verändern (Bleicher 2011, S. 564).

Unser Digital Readiness Check beinhaltet unterschiedliche Ebenen, die Ihnen einen vernetzten Blick auf strategische wie operative Fragestellungen ermöglicht. Im Zentrum aller Betrachtungen stehen dabei Ihre Kunden, Ihre Bedarfsgruppe, der Sie einzigartige Lösungen anbieten.

Ebene "Geschäftsmodell & Management"

Die Ebene „Geschäftsmodell & Management“ hat Ihre Grundstruktur durch die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft nicht verändert – wohl aber die Anforderung an Führungskräfte in ihrem Tagesgeschäft. Mit Blick auf das Veränderungsmanagement und die Organisationsentwicklung beinhaltet diese Ebene neben den normativen Managementarbeiten zu Zielen und strategischer Ausrichtung die klassischen Aufgaben des Managementkreislaufs aus Planung, Steuerung und Kontrolle – vor dem Hintergrund der vorhandenen Ressourcen bzw. des Budgets. Dabei ist die höhere Dynamik in der Makroumwelt, die  zu beachten.

Handlungsfeld "Verkauf und Service"

Das Handlungsfeld „Angebot und Präsentation“ umfasst die zentralen vertriebsseitigen Elemente eines Unternehmens. D.h. die zentralen Fragestellungen rund um Ihre Wertangebote, Produkte und Dienstleistungen,  die unter Beachtung der aktuellen Kundenbedürfnisse für ein bestimmtes Kundensegment (siehe Personas & Kundenerlebnis) Wert schöpfen. Hier fokussieren Sie auf die Leistung, den Preis, die Verfügbarkeit sowie die unterschiedlichen Vertriebskanäle (offline, online, eigenen Kanäle, Partnerkanäle, Mischung) und Services, die mit dem Ihre Angebote verbunden sind.

Handlungsfeld "Infrastruktur und Organisation"

Das Handlungsfeld „Infrastruktur“ umfasst die Elemente, die Ihre digitale Transformation überhaupt erst ermöglichen. Es bildet damit das Fundament für alle anderen wesentlichen unternehmensinternen Handlungsfelder, die aufgebaut und betrieben werden müssen. Hier fokussieren Sie auf die Rollen und Verantwortlichkeiten im Unternehmen, auf die Unternehmensführung, die Mitarbeiter, Partner sowie die notwendigen technologischen Prozesse.

Handlungsfeld "Kauf und Kundenerlebnis"

Hier dreht sich alles um die Soll-Erlebnisse des Kunden. Es werden alle Elemente der Interaktion bzw. die Gestaltung der Kontaktpunkte angesprochen. Heute wird es aber immer schwieriger, die relevante Bedarfsgruppe zu erreichen oder von dieser im Internet gefunden zu werden. Auf dem eigenen digitalen „Spielfeld“ (Website oder E‐Shop) kann der Anbieter die Bewegungen seiner Kunden sehr gut beobachten. Was aber davor oder danach passiert, welche Touchpoints bis zum Kauf wirklich bestimmend waren, bleibt nach wie vor im Dunklen. Damit bleibt oft auch unklar, in welche Touchpoints der Anbieter investieren sollte und wo die Reise der Kunden und Kundinnen optimiert werden kann. Wie wir bereits gesehen haben, nutzen Kunden und Konsumenten heute die unterschiedlichsten Kontaktpunkte mit unterschiedlichsten Endgeräten, um sich über Ihre Produkte und Dienstleistungen zu informieren oder diese zu kaufen. Um einen erfolgreichen Dialog mit Ihren (potenziellen) Kunden führen zu können ist es erforderlich, die relevanten Touchpoints Ihrer potenziellen Kunden ausfindig zu machen. Die erkannten und priorisierten Kontaktpunkte sind systematisch zu bespielen. Jeder Kontaktpunkt (online und offline) hat dabei seine eigenen Besonderheiten. Die Orchestrierung des Markenerlebnisses über alle Kontaktpunkte muss sichergestellt werden. Bei der Gestaltung der Kontaktpunkte ist das Erleben und Verhalten von bestimmten Kundengruppen ein wesentlicher Anker, um darauf aufbauend die unterschiedlichen Touchpoints und Wege zu identifizieren, die diese Kunden heute nehmen (Ist‐Kundenreisen). Sie sind aber auch ein hervorragendes Instrument für die Weiterentwicklung und Anreicherung von Kundenreisen (Soll‐Kundenreise).